Aufgrund der aktuellen Strom- und Gassituation hat die SPD Lüdenscheid am Mittwoch, den 7. September in den violetten Saal des Kulturhauses eingeladen. Gegenstand des Abends war ein Vortrag inklusive Diskussion mit Volker Neumann, Geschäftsführer der Stadtwerke Lüdenscheid. SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Voß war gleichermaßen als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke zugegen. Nach einer politischen Einordnung durch den SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Fabian Ferber übernahm Neumann das Wort.

Volker Neumann referierte über die massiven Preisexplosionen am Gas- und Strommarkt, wie der Ankauf von Gas und Strom in Paketen konkret funktioniert und wie im Ernstfall Abschaltungen vorgenommen werden. Neumann betonte jedoch auch, dass Abschaltungen bei Privathaushalten (sog. "geschützten Kunden") als letztes vorgenommen würden. Ein Szenario, von dem er zum heutigen Zeitpunkt nicht ausgeht.

Neumann betonte außerdem, wie wichtig die Rettung der Uniper für die Versorgungssicherheit sei. Ob dies mit einer Gasumlage oder auf anderem Weg geschehe, sei dabei zweitrangig. Die SPD Lüdenscheid hatte sich in der vergangenen Woche für die Übernahme der Gasumlage aus Steuermitteln ausgesprochen.

Die Kosten für Gas steigen allein durch die Umlage für einen Vier-Personen-Haushalt um über 700€ im Jahr – die Preissteigerungen am Markt noch nicht eingerechnet. Für viele Menschen und Unternehmen ist das nicht zu stemmen. Daher formulierte Ferber auch eine klare Forderung nach Berlin: Man brauche sehr bald schon ein viertes Entlastungspaket, da man die Industriebetriebe in der Region nicht verlieren dürfe. Südwestfalen lebt von seiner Industrie – wäre sie weg, würde sie nicht wiederkommen und die Region in schweren Problemen.

Hoffnung macht die sinkende Abhängigkeit vom russischen Gas. Hatte Deutschland im vergangenen Jahr noch 60% seiner Gaslieferungen aus Russland bezogen, sind es nun nur noch 9%. Insbesondere durch Gas aus Norwegen und den Niederlanden konnte eine bessere Verteilung herbeigeführt werden, wenngleich zu höheren Preisen, die im kommenden Jahr die Verbraucherinnen und Verbraucher belasten werden.

Das Thema bleibt jedenfalls interessant – gut möglich, dass sich an die Veranstaltung im voll besetzten violetten Saal schon bald eine weitere anschließt.