Jusos

Nachgestellte Pressemitteilung der Jusos

Jusos erneuern Forderung nach AzubiTicket

Ausbildungsstart: Jusos fordern westfalenweite Einführung von AzubiTickets
Schwarz-gelbe NRW-Landesregierung versagt bei der Entlastung von Auszubildenden

Viele Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr starten in diesen Tagen ins Berufsleben. Doch während Studierende mit ihrem Semesterticket im ganzen Bundesland unbegrenzt Bus & Bahn fahren können, müssen Auszubildende teure Nahverkehrstickets kaufen, um zur Arbeit oder zur Schule zu fahren. „Wir Jusos fordern seit Jahren ein NRW-weites Azubi-Ticket, das mit dem Semesterticket für Studierende vergleichbar ist. Leider blockiert die schwarz-gelbe Landesregierung dieses Ticket trotz anderslautender Versprechen“, sagt Philipp Kallweit, Vorsitzender der Jusos Lüdenscheid.

Die Nordrhein-Westfälische SPD habe zusammen mit den Jusos im letzten Landtagswahlkampf für den NRW-weiten Fahrschein gekämpft. Die Landesregierung handele jetzt unredlich: „Im Wahlkampf haben CDU und FDP unsere Forderung übernommen und so getan, als würden sie das Ticket auch wollen. Bislang ist aber außer dem Versprechen im Koalitionsvertrag nichts geblieben. Es wird nicht gehandelt, die Landesregierung verweigert die Arbeit“, ärgert sich der Juso-Vorsitzende. Besonders unschön sei, dass sich Schwarz-Gelb generell verweigere, den Nahverkehr besser und attraktiver zu machen. „Der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor steigt weiter und weiter, es gibt immer mehr Autos auf den Straßen. So werden wir keine Klimaabkommen einhalten können. Wir müssen unser Bahn- und Schienennetz ausbauen! Neben dem AzubiTicket fordern wir auch hier grundsätzliche Zukunftsinvestitionen! Bei diesem Thema müssen CDU und FDP endlich ansetzen“, fügt Kallweit hinzu.

Weil die Landesregierung keine Lösungen anbiete, müsse man nun auf regionaler Ebene Fakten schaffen: „Auch ohne Unterstützung vom Land haben inzwischen alle anderen Verkehrsverbünde in NRW ein zumindest verbundweites AzubiTicket geschaffen – nur unser WestfalenTarif ist noch nicht aktiv geworden. Das muss sich schnell ändern!“, findet Kallweit. Es sei schlicht unzumutbar, dass ein Azubi aus dem Märkischen Kreis fast 1100€ im Jahr für Nahverkehrstickets aufbringen muss, um damit auch zu seiner Berufsschule zu kommen – fast das Doppelte einer monatlichen Ausbildungsvergütung von durchschnittlich 670€. Zu viel, findet Kallweit.

Gemeinsam mit der SPD wollen die Jusos daher aktiv bleiben, um im WestfalenTarif ein bezahlbares AzubiTicket durchzusetzen. Dabei fordern sie, die Digitalisierung gleich mitzudenken: „Es wird nur noch in den festgelegten Buslinien gedacht – während alle Azubis ein Smartphone in der Tasche haben und Verkehrsbetriebe bereits an On-Demand-Lösungen arbeiten“, meint der Juso-Vorsitzende. Deshalb soll mit dem AzubiTicket im WestfalenTarif direkt eine AzubiTicketApp und Azubi-Sammeltaxis eingeführt werden, damit Azubis mehr und flexiblere Möglichkeiten bekommen, um früh morgens von zu Hause zum Betrieb oder zur Berufsschule zu kommen.