Aus dem Stadtrat

Beschluss des Stadtverbands

Antrag: Digitalisierung kommunal begleiten

Antrag: Digitalisierung kommunal begleiten

Der Rat der Stadt Lüdenscheid möge beschließen:

  1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, den durch Digitalisierungsprozesse zu erwartenden Verlust von Arbeitsplätzen zu ermitteln. Dabei soll auch erörtert werden, welche Berufsbilder und Personen mit welchem Schulabschluss besonders betroffen sein könnten. Insbesondere soll hier das produzierende Gewerbe in Lüdenscheid untersucht werden.                                                  Gleichzeitig soll auch dargestellt werden, wie viele Arbeitsplätze durch Digitalisierungsprozesse neu entstehen könnten und welche Berufsbilder und Qualifikationen hier besonders betroffen sein könnten. Hierbei sollen Stellungnahmen der Kammern, der Sozialpartner sowie der Agentur für Arbeit im Märkischen Kreis eingeholt werden.
  2. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, den durch Digitalisierungsprozesse ausgelösten Weiterbildungsbedarf in Lüdenscheider Unternehmen zu ermitteln. Dabei soll auch erörtert werden, ob dieser Weiterbildungsbedarf in den Betrieben beziehungsweise in den vorhandenen Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung vor Ort gedeckt werden könne. Bei der Ermittlung des Bedarfs sollen auch Einschätzungen der örtlichen Sozialpartner, der Kammern und der vor Ort für Aus- und Weiterbildung zuständigen Einrichtungen einbezogen werden.
  3. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, Einrichtungen und Unternehmen in Lüdenscheid aufzulisten, deren Einrichtungs- beziehungsweise Unternehmenszweck vor allem die berufliche Aus- und Weiterbildung ist. Es soll ermittelt werden, ob diese Einrichtungen aus eigener Sicht beziehungsweise aus Sicht der Kammern sowie der Sozialpartner für den zu erwartenden erhöhten Bedarf an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen vor dem Hintergrund der Digitalisierung ausreichend ausgestattet sind und wo gegebenenfalls Defizite vorliegen.
  4. Die Berufsbildungsausschüsse der Kammern widmen sich zumindest teilweise der Neugestaltung von Berufsbildern. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, darzustellen, welche Berufsbilder durch Digitalisierungsprozesse wegfallen könnten beziehungsweise welcher Ausbildungsbedarf in welchen Berufen durch Digitalisierungsprozesse zurückgehen könnte. Außerdem soll ermittelt werden, welche Berufe neu entstehen werden. Diese Ermittlungen sollen mit den bereitgestellten Ausbildungsplätzen in den vergangenen drei Jahren, im laufenden Jahr sowie in den kommenden drei Jahren verglichen werden.
  5. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die kommunalen Möglichkeiten zur Unterstützung von Maßnahmen zum Erhalt beziehungsweise zum Aufbau von Arbeitsplätzen aufzuzeigen. Dabei soll auch berücksichtigt werden, wie die Stadt insbesondere für Menschen attraktiver werden könnte, die für eine neue Arbeitsstelle nach Lüdenscheid kommen könnten (insbesondere in digitalisierungsnahen Berufen). Insbesondere sollen die Möglichkeiten zur Unterstützung durch die Wirtschafsförderung, das Stadtmarketing und für die Volkshochschule aufgezeigt werden.
  6. Die Stadtverwaltung wird um Einschätzung gebeten, ob Veränderungen der gewerblichen Produktion insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der daraus folgenden zunehmenden Automatisierung auch einen veränderten Gewerbeflächenbedarf hervorrufen könnten.
  7. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule die Möglichkeiten zur Initiierung eines Bildungsnetzwerks digitale Aus- und Weiterbildung für Lüdenscheid und die Region aufzubauen.
  8. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule eine Diskussionsreihe „Digitalisierung in Lüdenscheid“ ins Leben zu rufen. Diese Diskussionsreihe soll den Rahmen bieten, die Veränderungen des Alltags durch Digitalisierung vorzustellen, dabei sollen Chancen und Risiken der Digitalisierung in den jeweiligen Themenfeldern auch aufgezeigt werden. Insbesondere sollen hierbei die Themenfelder „Arbeit und Wirtschaft 4.0“, „Digitales Lernen“, „Digitale Verwaltung“, „Digitale und vernetzte Stadt“ sowie „Digitalisierung und Medienkonsum“ behandelt werden. Schwerpunkt sollen die in Punkt 1 bis 7 genannten Themne sein. Dabei sollen auch die örtlichen Akteure eingebunden werden, zum Beispiel die Sozialpartner zum Themenfeld „Arbeit und Wirtschaft 4.0“.