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Pressemitteilung der Fraktion

SPD-Fraktion steht weiterhin zum Musikschulneubau am Staberg

Jens Voß | WK 23 Leifringhausen / Augustenthal

Jens Voß | WK 23 Leifringhausen / Augustenthal

Die aktuellen Äußerungen zu alternativen Standorten für die städtische Musikschule waren am Montagabend Gegenstände der Erörterung der Mitglieder der SPD-Ratsfraktion. Allen gemein ist die ablehnende Haltung, eine Musikschule am Staberg zu errichten.

Die CDU-Fraktion nimmt diese Haltung ein, obwohl sie dem Integrierten Handlungskonzept Altstadt samt Finanzierung als auch dem Neubau der Musikschule am Staberg als einem wesentlichen Bestandteil des Integrierten Handlungskonzeptes zugestimmt hat. Der letzte Alternativvorschlag für einen Standort in der Altstadt war allerdings wenig durchdacht, steht das Rosiepenhaus gar nicht zum Verkauf. Eine eventuelle Bebauung der Grundstücke des Herrn Ellermann gegenüber der Erlöserkirche als auch das Capitol-Gebäude wurden nach eingehender Prüfung durch den Architekten des Investors Zimmermann letztlich wegen Unwirtschaftlichkeit verworfen.

Die SPD-Fraktion steht weiterhin zu dem Beschluss, einen Musikschulneubau am Staberg zu errichten. Er wird zu 80 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen bezahlt. Diese Chance sollte sich Lüdenscheid trotz eigener angespannter Haushaltslage nicht entgehen lassen. Der Vorteil eines Neubaus gegenüber der Nutzung eines bereits bestehenden und ursprünglich für Wohn- oder Verwaltungszwecke errichteten Gebäudes besteht ja gerade darin, das Gebäude hinsichtlich Raumgrößen, Raumhöhen und Schallschutz entsprechend den Anforderungen für Musik optimal planen zu können.

In den Äußerungen zum Neubau der Musikschule wird immer wieder behauptet, der Neubau solle einen neuen Kammermusiksaal erhalten. Das aber ist falsch. Er soll einen Mehrzweckraum erhalten, der so groß ist, dass dort die Orchester der Musikschule proben und auch Vorspiele vor Zuhörern geben können. Der jetzige Kammermusiksaal im alten Postgebäude an der Altenaer Straße ist schon für Proben des großen Orchesters viel zu klein.

Dass der Mehrzweckraum sechs Meter hoch sein soll, liegt daran, dass Schall sich ausbreiten können muss. Es handelt sich bei einem solchen Raum also nicht um Luxus, wie in manchen Stellungnahmen suggeriert wird. Insofern macht ein solcher Mehrzweckraum einen Neubau auch nicht unnötig teuer oder Investoren ihre Vorhaben unwirtschaftlich. Ein solcher Raum ist für eine Musikschule schlichtweg unerlässlich. Hinzu kommt, dass die sperrigen Instrumente aus dem Bereich Schlagwerk künftig problemlos aus einem Nebenraum in den Mehrzweckraum gerollt werden können. .Alternativen zu einem solchen Mehrzweckraum wie die Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums oder das Kulturhaus sind im vergangenen Jahr bereits intensiv geprüft, die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen und letztlich gut begründet abgelehnt worden.

Nutznießer der neuen Musikschule sind zu aller erst die vielen Kinder und Jugendlichen, die unsere Musikschule besuchen. Sie werden künftig in Räumen unterrichtet, die für das Erlernen des Spielens von Musikinstrumenten konzipiert wurden. Sie machen dies an einem Standort in unserer Stadt, der verkehrlich gut angebunden ist, sowohl für den Öffentlichen Nah- als auch für den Individualverkehr. Entgegen mancher Behauptungen werden selbst Parkplätze weiterhin reichlich vorhanden sein, da hinter der Scholl-Aula neue Parkplätze entstehen.

Aus all diesen Gründen ist der SPD-Fraktion der Neubau der Musikschule am Staberg als wesentlicher Bestandteil des Integrierten Handlungskonzeptes Altstadt weiterhin wert. Ob dies auch noch für die CDU gilt, ist angesichts immer neuer Standortvorschläge zumindest fraglich. Wenn nicht, dann muss die CDU im Rat einen Antrag stellen, dass sie den Neubau der Musikschule am Staberg nicht mehr will, eingedenk der finanziellen Nachteile für die Stadt, die Bürgermeister Dieter Dzewas ihnen in der Ratssitzung am 29. August 2016 vorgerechnet hat.

Jens Voß