Aus der SPD

Bürgermeister und Jusos diskutieren über Lüdenscheid

Die Lüdenscheider Jungsozialisten (Jusos) konnten sich auf prominenten Besuch bei ihrer vergangenen Sitzung am Montagabend freuen. Bürgermeister Dieter Dzewas besuchte die SPD-Jugend und diskutierte mit ihr über Zukunftsperspektiven für Lüdenscheid. Eingangs referierte Dzewas über die vergangenen acht Jahre, in denen er als Bürgermeister Verantwortung für die Stadtentwicklung trägt und gab damit den Jungpolitikern gleichzeitig einen Überblick über den Ist-Zustand in der Bergstadt. Dabei legte er den Fokus auf den Demografischen Wandel. So sei die Zahl der Zuzüge nach Lüdenscheid mittlerweile in etwa auf gleicher Höhe wie die Zahl der Wegzüge. Dies liege, so Dzewas, auch daran, dass im Zuge der Eurokrise Zuwanderung aus südeuropäischen Staaten zu verzeichnen sei. Dennoch dürfe man die Zahl der Abwanderer nicht außer Acht lassen. Schließlich seien es fast zwei Drittel der Abiturjahrgänge, die Lüdenscheid jährlich verlassen. “Dieser Bildungsabwanderung entgegenzuwirken, ist mein erklärtes Ziel”, hielt der Bürgermeister fest.

Im Nachgang diskutierten Jusos und Dzewas eifrig über mögliche Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen oder auch die zahlreichen Einpendler von der Wohn- und Lebensqualität der Bergstadt überzeugen zu können. Immerhin liegt der Einpendlerüberschuss bei rund 13.000 Menschen, die zum Arbeiten in die Bergstadt kommen – vornehmlich aus den umliegenden Städten und dem Ruhrgebiet. “Gerade für diesen Personenkreis muss einen besonderen Reiz geben, um hierhin zu ziehen.” Dabei spielen neben zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen auch weitere Standortfaktoren wie die Kulturlandschaft, ein guter Nahverkehr und ein breites Freizeitangebot eine Rolle. Gleichzeitig müsse man sowohl für angehende Mieter, als auch für Wohneigentümer in spe ein zeitgemäßes Angebot vorhalten.

Gleichzeitig müsse man darauf achten, dass der Bildungsstandort ausgebaut wird. Für den Bürgermeister und die Jusos ist die Entwicklung am Bahnhofsgelände nur ein Anfang. Ein Ausbau der Hochschulstruktur in der Bergstadt sahen alle als notwendig an. Dzewas: “Deswegen lotet die Verwaltung gerade aus, wie man die Vernetzung mit Bildungsträgern verschiedener Art ausbauen kann.” Gleichzeitig appellierten die Jusos daran, sich intensiv um die hiesigen Studierenden zu kümmern. Durch ein attraktives Wohn- und Freizeitangebot könnte man Studierende auch als neue Einwohner gewinnen, die nach dem Studium “kleben” bleiben könnten. Die Jungsozialisten brachten zum Beispiel die Vermittlung von Wohngemeinschaften in Wohnungen der Lüdenscheider Wohnstätten ins Gespräch. In anderen Städten werde dieses Modell bereits sehr erfolgreich praktiziert.

Bürgermeister und Jusos waren überdies sich einig, dass mehr für das Marketing städtischer Kultureinrichtungen getan werden müsse. Dzewas berichtete von Erlebnissen auf der Ausbildungsmesse im Kulturhaus: “Viele Jugendliche, die dort mit ihren Klassen unterwegs waren, waren zum ersten Mal im Kulturhaus.” Man müsse schon in der Schule dafür sorgen, dass Jugendliche einen Bezug zu den städtischen Einrichtungen bekommen. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel die vom Bergstadt Gymnasium anvisierte Kulturpatenschaft. Die sieht vor, dass die Schuljahrgänge sich pro Jahr intensiv mit je einer Kultureinrichtung der Stadt beschäftigen sollen. Von den Jusos kam die Anregung, dass das Kulturhaus auch bei der Planung von Veranstaltungen intensiver in den Kontakt mit den Lehrkräften an Lüdenscheider Schulen treten solle. Es sei schließlich kein Einzelfall, dass Deutsch-Kurse in die Spielstätten im Ruhrgebiet führen, obwohl die entsprechenden Theaterstücke auch im Kulturhaus dargeboten würden.

Nach einer fast zweieinhalbstündigen Diskussion zogen Dzewas und Juso-Vorsitzender Marcus Gawlik ein positives Resümee. Mit einem voll geschriebenen DIN-A4-Zettel an Ideen verließ der Bürgermeister die Juso-Sitzung und bekundete, diese Art der Zusammenkunft mit den Jusos gerne regelmäßiger durchführen zu wollen.